Abschied und Tod meines Tieres

Moin ihr lieben,

ich schreibe heute über ein Thema, das eigentlich niemand mag. Vom Abschied und Tod eines Tieres. Ich habe in meinen Leben schon viele Tiere gehabt, mit denen ich zusammengelebt habe und die ich bis zum Schluss hatte. Nie wollte ich über den Tod nachdenken und habe immer davon Angst. Ich habe schon als Kind damit früh Erfahrungen gesammelt und jedes Tier was gestorben ist, hat mir mein Herz raus gerissen. Auch auf meiner Arbeit im Tierheim musste ich damit umgehen lernen. Und doch hatte ich in dieser Zeit einen so schlimmen Alptraum, das ich im Tierheim nie wieder in den Raum gehen konnte, in denen die Tiere lagen, bevor Sie abgeholt wurden sind. Dieser Traum, ich habe den immer noch vor Augen und wünsche das niemand. Das ist auch ein Grund gewesen, warum ich nie beim Tierarzt ein Praktikum machen wollte. Das Umgehen mit dem Tod ist für mich nicht einfach und ich möchte das auch nicht lernen.

Jedoch musste ich im letzten Jahr meinen geliebten Dackel auf seinen letzten Weg begleiten und das war für mich das schlimmste, was ich erlebt habe.  Dagegen war mein Herzinfarkt und meine Scheidung nichts und selbst heute muss ich jeden Tag weinen, weil mir mein Hund fehlt. 18 Jahre sind wir zusammen durchs Leben gegangen und noch nie habe ich ein Tier so geliebt, so vertraut und so eine enge Bindung gehabt, wie zu meinen Dacky. Noch heute, fast ein Jahr ist das her, kam der Zeitpunkt so schnell, das ich nicht denken konnte. Ich habe immer gesagt, dass mein Hund (keines meiner Tiere) leiden soll, nur weil ich ihn so liebe und nicht hergeben möchte. Und doch traf es mich, morgens um 5 Uhr bin ich aus dem Schlaf gerissen, mein Dacky lag im Bett und zuckte extrem. Sofort war mir klar, das ist ein Schlaganfall.

Abschied Erinnerungen Dacky Hund

Schock Moment und der Weg zum los, lassen

Meine Tierärztin angerufen, leider war sie nicht in Kiel. Also den anderen Arzt angerufen und wir sollen sofort kommen. Taxi gerufen, hingefahren. Es war die Hölle und die Diagnose auch. Er hat einen Schlaganfall und es gab keine Hoffnung. Von einer Sekunde auf die andere habe ich ihn gehen lassen müssen. Ich war bis zur letzten Sekunde bei ihm, musste mich zusammenreißen. Der Tierarzt war nett, er hat dann alles weiter übernommen, das er einen Platz bekommt, wo er ab jetzt in ruhe liegt und Frieden hat. Dafür war ich dem Tierarzt sehr dankbar und würde immer wieder hinfahren.

Wie ich nach Hause gekommen bin, das weiß ich nicht mehr. Ich kann nicht oft meinen Hund Besuchen, ich schaffe das einfach nicht. Auch gesundheitlich nicht. Doch ich vermisse ihn und möchte jeden Tierbesitzer nur ans Herz legen. Man muss sich Gedanken machen, es kann immer passieren, ohne Vorahnung, dass man das Tier gehen lassen muss. Man sollte sich damit auseinandersetzen, was bedeutet Euthanasie, wo soll das geliebte Tier hinkommen, wenn es gehen musste und wie geht es weiter. Man sollte wirklich sich Gedanken machen. Wenn irgendwann der Tag kommt, wo man sein Tier gehen lassen muss, sollte man den Tag ohne Stress erleben. Natürlich, wenn es ein Notfall ist, kommt dass meistens anders. Aber ich selber habe schon mit meiner Tierärztin gesprochen gehabt, dass Sie an dem Tag zu mir nach Hause gekommen wäre. Das würde ich immer wieder besprechen, das Tier bei seiner Familie und zu Hause dann friedlich einschlafen zu lassen.

Das Wort Euthanasie – kein schönes Wort

Der zusammengesetzte Begriff stammt aus griechischen Worten eu= schön und tanaas= der Tod, als auch der schöne Tod, der für schwer kranke oder sterbende Lebewesen die Erlösung von Leid bringen soll. Der Tierarzt kann durch Verabreichung vom Narkosemittel in Überdosis dem Tier helfen, von der Schlafphase direkt ohne Angst, Schmerzen oder Todeskampf in den Abschnitt des Todes zu gleiten. Es wird kein Gift vom Tierarzt verabreicht, was den Tod eines Tieres bewirkt. Der Tierarzt erklärt einen das aber sehr genau und ruhig, untersucht das Tier danach bzw. es wird abgehorcht, bis der Tod eintritt. Das Tier schläft sanft ein und gleitet so in den Tod über. Für uns Menschen ist das sehr schwer, aber wir dürfen kein Tier leiden lassen.

Wenn der Tag X also gekommen ist, heißt Abschied nehmen. Man kann und sollte ein Tier nicht ewig Behandeln und das Leid verlängern. Die Stärke ist es, den Zeitpunkt zu finden und dem Tier dann die letzte Ehre erweisen. Ich selber werde immer dabei sein, ich möchte in diesen Minuten mein Tier nicht alleine lassen. Der Tierarzt wird einen auch Zeit geben, sich zu verabschieden und ist auch für einen da. Und man muss sich nicht schämen, wenn die Tränen kommen.

 Was kommt nach dem Tod meines Tieres?

Seit etlichen Jahren haben wir in Kiel einen Tierfriedhof. Dort habe ich 2 Hunde liegen, und auch wenn ich nicht oft dort bin, es ist dort wirklich sehr ruhig und man spürt dort Frieden, man fühlt sich wohl. Er ist sehr gepflegt und mit liebe gefüllt. Meine beiden Hunde liegen dort unter dem Rasen. Ich habe die erste Bestattung mit einem Bestattungsunternehmen für Tiere gemacht. Es wurde alles für mich übernommen, man hat mit Ruhe und viel Einfühlungsvermögen das Tier abgeholt, es wurde beerdigt. Man konnte dabei sein. Danach bekam man noch Unterlagen und wo das Tier liegt. Das alles war vom Preis her auch in Ordnung. Ich habe für alles mit dem Friedhofsplatz, die Beerdigung, das abholen und alle Formalitäten knapp 200€ bezahlt. Dafür musste ich mich um nichts kümmern. Das würde ich immer wieder machen, man ist mit der Trauer schon genug beschäftigt.

Man kann und darf das Tier nicht selber beerdigen bzw. es gibt da Auflagen und ich möchte auch nicht im Garten immer den Platz sehen. Da finde ich für mich selber den Tierfriedhof sehr schön und man ist dort auch nicht alleine. Es sind immer Leute dort, man kann da sitzen. Auch redet man untereinander mal, man fühlt sich dort verstanden. Leider ist gerade das im Freundeskreis nicht immer das Thema oder man wird nur belächelt.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, wie die Tiere einäschern lassen und dann kann man die Urne zu Hause stehen haben oder Beerdigen lassen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, das sollte man sich wirklich vorher genau überlegen und sich informieren. Auch wenn man das nicht möchte, so eine Absicherung, was man machen kann, sollte man zu Hause haben für den Notfall. Aber auch der Tierarzt kann einen hier weiterhelfen. Meistens findet man auch Prospekte beim Tierarzt, die man mitnehmen kann.

Tierfriedhof Kiel dort findet man für seinen Liebling einen schönen Platz.  Der Rosengarten ist aber auch sehr schön, wenn man keinen Tierfriedhof hat. Das ist auch von anderen Wohnorten möglich und bietet dem Tierbesitzer und dem Tier verschiedene Möglichkeiten für die letzte Ruhe. Die Tierbestattung Engelsreisen ist auch eine schöne Sache und hilft dem Tierbesitzer bei der Bestattung. (Die links habe ich selber eingebaut ohne dass jemand das wollte, ich finde das man schon zeigen kann, das es verschiedene Lösungen gibt.)

Abschied Erinnerungen Lili Katze

Trauer findet in unterschiedlichen Phasen bei einen statt

Jeder Mensch trauert anders und ich werde auch gefragt, ob ich beim Einschläfern auch die Kinder Abschied nehmen lassen. Ja weil ich finde, das ein Kind das Tier auch liebt und Abschied nehmen muss. Man muss natürlich immer auch entscheiden, wie das Kind das aufnehmen würde. Daher finde ich, das muss mal als Eltern entscheiden. Wichtig ist aber, das man Abschied nehmen kann, das heißt, wenn Zeit ist, dem Kind, das ausführlich zu erklären und das Kind darf auch weinen. Weinen ist wie eine Tür, die dann den Druck raus lässt. Wichtig ist aber, dass man immer für das Kind da ist und es auch in den Arm nimmt, egal wie oft und wann. Kinder verstehen sehr viel, brauchen aber vor allem auch Schutz von uns Erwachsenen, wo sie sich zurückziehen können.

Trauerphasen und das loslassen irgendwann

Trauer bei uns Erwachsenen ist auch unterschiedlich. In der ersten Phase ist man meistens schockiert und man kann es nicht begreifen. Man erlebt das wie ein Traum, man versteht es nicht. Man ist einfach je nach Mensch nicht fähig das sofort zu verarbeiten.  Wie bei mir, ich weiß nicht, wie ich nach Hause gekommen bin. Selbst jetzt weiß ich das noch nicht. Ich habe beim Tierarzt geweint und war verzweifelt. Das hat noch Tage angehalten und ich habe das alles nicht so wahrgenommen. Ich habe geweint, aber es war so unwahr.

Die zweite Phase war für mich die Realität. Von jetzt auf gleich bin ich wach und viel in ein tiefes Loch. Ich konnte nicht Essen, habe Schmerzen gehabt und mir ging es seelisch, aber auch körperlich sehr schlecht. Ich war nur am Weinen, verstand die Welt nicht mehr. Von jetzt auf gleich war mir bewusst, dass ich meinen Dacky nie wieder sehen, streicheln und kuscheln. Ich konnte keine Bilder mir ansehen, hatte zu nichts mehr Lust. Ich habe versucht, wenn ich unterwegs war, dass man mir das nicht anmerkt. Wer mich aber kannte, wusste, dass es mir nicht gut geht. Und die Trauer, der Verlust ist immer noch da und es tut immer noch weh.

Wichtig in der Trauer, sprechen. Nicht einfach Unterdrücken, Sondern mit Freunden und der Familie drüber sprechen, wenn ihr möchtet. Es muss raus, sonst wird einen das irgendwann zu viel. Und man kann dann auch durch das Unterdrücken der Trauer krank werden. Und auch wenn es Menschen gibt, die sagen „Es war doch nur ein Tier“, lasst das nicht an Euch ran. Diese Menschen kennen diese Bindung zwischen Tier und Menschen nicht und können das nicht anders wissen. Ein Tier kann man genauso Lieben und vermissen wie einen Menschen.

Irgendwann beginnt dann die dritte Phase. Suchen, loslassen und Erinnerungen zulassen. Ich liebe es, Bilder von meinen Dacky zu sehen. Ich habe immer noch seine Halsbänder und Leinen am gleichen Platz hängen. Das wird sich auch nicht ändern, die möchte ich auch nicht weggeben. Erinnerungen sind schön, und immer wenn ich im Hof sitze, habe ich das Gefühl, das er gleich den Berg hochkommt und einen anschaut. Oder ich wache auf und schaue ans Fußende und denke, dass er dort liegt und schnarcht. Diese Erinnerungen, die ich zusammen mit meiner Familie und Freunden habe, möchte ich nicht missen. Auch wenn ich oft noch Weine und ihn jede Sekunde vermisse. Man versucht dann auch das Beste, aus seinem Leben zu machen. Man plant wieder was, vielleicht möchte man irgendwann wieder ein neues Tier haben, was einziehen darf. Das wird nie das andere Tier ersetzen und das soll das auch nicht, aber man kann zusammen neu Anfangen und weiter leben.

Ich hoffe, ich habe Euch das Thema etwas näher gebracht, auch wenn das nicht mein Lieblingsthema ist. Doch auch ich habe mir jetzt schon Gedanken gemacht für meine Katzen. Doch ich hoffe, dass ich das in den nächsten Jahren nicht wieder erleben muss. Es ist für mich immer noch sehr schwer, das ich meinen geliebten Hund gehen lassen musste. Danach ist auch keiner wieder eingezogen, das hat aber viele Gründe. Wie seht ihr das Thema mit dem Tod und dem gehen lassen vom geliebten Tier?

Merken

Merken

Kommentare 5

  • Kein schönes Thema, aber eins was auch für mich/uns immer näher rückt…
    Unsere Hündin ist ca. 14 und momentan noch sehr fit aber man weiß ja nie…
    Ich versuche erstmal nicht darüber nachzudenken…
    Ob es einen Tierfriedhof bei uns gibt, weiß auch ich gar nicht so genau…

    Grüßchen

    • Ich kann das sehr gut verstehen. Und nein nachdenken möchte man nicht. Schönes alter für deine Maus. Auf viele weitere Jahre 🙂
      Friedhof am besten mal bei Google Tierfriedhof und dein Wohnort eingeben.

  • Ich finde es gut und wichtig, dass du deine Gedanken und vor allen Dingen auch Tipps zu diesem Thema aufgeschrieben hast. Trauer muss irgendwie bewältigt werden.
    Liebe Grüße,
    Yvonne

  • Kein schönes Thema, aber es ist wichtig und relevant. Vor 3 Jahren musste ich mich auch von meinem Hund verabschieden, den wir fast 12 Jahre hatten. Es ist ganz und gar nicht schön, wenn man mit dem Tier auch aufgewachsen ist und sowas..
    Ich finde, du hast das Thema gut und einleuchtend beschrieben, könnte auch für viele hilfreich sein.
    Liebe Grüße
    Janina

  • Als damals meine Katze gestorben war, habe ich Wochenlang geheult. Gut, ich war auch erst 12/13?!?… Tod gehört im Leben dazu und jeder Mensch sollte trauern und sich nicht in ihr verstecken. Was mir dabei hilft, zu reden. Ich finde deinen Text sehr ausführlich und bin mir sicher, dass er vielen wirklich helfen kann.

    Alles liebe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge