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Herbst -Richtige Fütterung der Pferde

In den nasskalten Herbst und Wintermonaten ist es wichtig, dass ein Pferd über ein gesundes Haut- und Haarkleid verfügt. Wichtige Bausteine für ein Haarkleid, das der Witterung trotzt, sind Zink, Schwefel, Jod, Kupfer und Eisen. Der Organismus des Pferdes greift nun auf alle Reserven zurück, damit das Deckhaar widerstandsfähig wird. Im Herbst aber fällt der Anteil der nativen Mineralstoffe im Futter des Pferdes deutlich kleiner aus. Aus früher haben sich Pferde dazu über Wurzeln und Rinde von Bäumen, aber auch über Laub geholt. Das ist bei der Pferdehaltung so nicht ohne weiteres möglich. Diese Versorgungslücke müssen über Mineralfutter und Kräutermischungen abgedeckt werden. Das müssen wir dem Pferd zufüttern und das täglich.

Herbst

Immunsystem durch eine richtige Fütterung stärken

Pferde sind von Ihrer Wesensart her Herdentiere. Sie haben in dieser Zeit einen eigenen Schutz gegen mögliche Infektionsrisiken aufgebaut. Mittlerweile leben die meisten Pferde auf der Weide oder Paddock. Das bedeutet, dass sie mit anderen Pferden im Gegensatz zum Leben in der Steppe dicht gedrängt zusammenstehen. Darüber hinaus befinden sie sich Jahr für Jahr auf derselben Weide, wo sich im Laufe der Zeit naturgemäß höhere Infektionsrisiken durch Parasiten oder Viren entwickeln.

Durch das Einstallen im Herbst erhöht sich der Herdendruck und damit beim einzelnen Pferd der Stress- und Cortisolspiegel. Dadurch kommt es zur Schwächung des Immunsystems. Im Verdauungstrakt der Pferde befinden sich allerdings die meisten Immunzellen. Daher müssen Sie im Herbst bei der Fütterung Ihres Pferdes auf eine Versorgung mit Vitaminen, Vitalstoffen, Spurenelementen und Proteinen achten. Man kann auch durch ein Blutbild die Werte bestimmen, um diese aufzufüllen.

Zugabe der Fütterung Pferde

Leinöl wirkt sich dank der Omega-3-Fettsäuren positiv auf das Immunsystem des Pferdes aus. Ist auch entzündungshemmend in Bezug auf Atemwege, Gelenkstoffwechsel und Haut. Öl ist allerdings kein natürliches Futter. Sie dürfen es nur in klein dosierten Mengen zufüttern. Schauen wie es vertragen wird.

Herbst

Kräuter waren früher ein natürlicher Bestandteil jeder Weide. Brennnessel, Löwenzahn, Anis, Bärlauch, Fenchel, Hagebutte: Diese Heilkräuter haben eine positive Wirkung auf den Organismus. Kräutermischungen sind im Fachhandel erhältlich, diese können Sie sorgsam unter das Hauptfutter mischen. Eine gute Mischung oder einzelne Kräuter sollten im Spind nicht fehlen.

Saftfutter hat viel Flüssigkeit. Dazu gehören Äpfel, Karotten, Zuckerrüben, Rote Beete und Bananen. Ein Festschmaus für Ihre Pferd. Bestandteil sind vor allem Spurenelemente wie Zink, Eisen und Phosphor. Aber nicht zu viel davon Füttern, gerade mit Bananen muss man vorsichtig sein.

Fütterung Umstellen von Sommer zu Herbst

Nur eine Fütterung täglich im Herbst reicht für Pferde nicht aus. Das Futter ist teilweise von schlechter Qualität, wurde zu spät geerntet oder abgeregnet eingeholt. Als Pferde früher auf den offenen Weiden lebten, sind sie bei Wind und Wetter in Wälder oder dichtes Laubwerk geflüchtet. Hier waren die notwendigen mineralreichen Grundstoffe in ausreichender Form vorhanden. Ihnen fehlen also bei der Haltung jetzt die Nahrungsquellen, die das Immunsystem intakt halten. Sie müssen sehr viel Energie aufwenden, um ein dichtes Deckhaar zu bilden und vor allem die Körpertemperatur zu halten.

Während gesunde Pferde selbst noch bei minus 15 Grad Celsius ihre Körpertemperatur halten, ist es für ältere Pferden schwerer, die Nässe und den Wind zu kompensieren. Darüber hinaus sind die üblichen zwei Mahlzeiten täglich im Stall definitiv zu wenig, um wichtige Mineralstoffe aufzunehmen. Daher nie längere Fresspausen von mehr als 4 Stunden machen und mit gutem Heu, Kraftfutter, Mineralstoffen und Kräutermischungen die Nahrung für Ihr Pferd zu optimieren.

Herbst

Steigende Fruktanwerte im Gras – Hufrehe Gefahr

Gerade für vorbelastete Pferde mit EMS, ECS, Diabetes oder KPU ist der Herbst besonders gefährlich. Weidegras fängt normalerweise unter Sonneneinstrahlung an, die Energie durch Photosynthese in leicht verdauliche Kohlenhydrate umzuwandeln und das Gras kann wachsen. Dieses Wachstum hängt von der Temperatur. In den Herbstmonaten haben wir bereits sehr kalte Nächte und an sonnigen Tagen kann diese Energie dann nicht in Wachstum umgewandelt werden. Daher wird die Energie in Fruktan umgewandelt und für einen späteren Zeitpunkt im Gras gespeichert. Bis zu 400 x mehr Fruktan als normal kann dann als überschüssige Energie im Weidegras von den Pferden aufgenommen werden.

Stoffwechselbelastete Pferde reagieren auf diesen massiven Fruktanüberschuss mit oder Hufrehe, da die überschüssigen Kohlenhydrate zu einem Großteil den Dickdarm passieren und der Darminhalt übersäuert. Dies führt zu einem Massensterben von Bakterien, deren hochgiftige Bestandteile dann eine akute Hufrehe auslösen können. Da Fruktane insbesondere im Grasstängel gespeichert werden, sind gerade die bereits gemähten oder abgeweideten Pferdeweiden besonders gefährlich. Die Pferde, die besonders empfindlich oder anfällig sind, sollten nur kurz auf die Weide.

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Herbst und die Umstellung

Einige Untersuchungen bei Freizeitpferden – sogar in Laufstallhaltung – zeigten bei Gastroskopien eine stark gereizte bis entzündete Magenschleimhaut. Die Umstellung der Pferdefütterung im Herbst verursacht eine Milieuverschiebung der Darmbakterien, die eine wichtige Unterstützung für das Immunsystems bedeuten. Immerhin befindet sich der Großteil der Immunzellen im Verdauungstrakt der Pferde. Daher sollte bei der Pferdefütterung im Herbst auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Flavonoiden, Proteinen, Probiotika und anderen verfügbaren Vitalstoffe geachtet werden, die bei der Stärkung der Abwehrkräfte einen großen Dienst erweisen. 

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