Pferdepass auch Equidenpass genannt

Pferde müssen einen Equidenpass besitzen, also einen Pferdepass. Doch was genau ist das und warum braucht jedes Pferd einen? Was wird in diesem Pass eingetragen und was passiert, wenn man diesen Verliert?  Für alle Pferde, Ponys und Esel wurde von der Europäischen Union ohne Ausnahme der Equiden vorgeschrieben. Damit ist das Ziel, das die Tiere eine eindeutige Identifikation haben, auch mit dem Hintergrund, dass Pferde in der EU auch Lebensmittellieferant sind. Und Deutschland hat die Entscheidung in die nationale Gesetzgebung übernommen. Damit muss jedes Pferd einen Pferdepass haben, der dazu bei jedem Transport mitgeführt werden muss. Der Pass wird ausgestellt von den zuständigen Stellen, die anerkannten Pferdezuchtverbänden oder die FN die Deutschen Reiterlichen Vereinigungen.

Turnierpferde werden zudem eingetragen in den Pferdepass was auch eine Voraussetzung ist. Dann dient er auch dazu, vorgenommene Impfungen zu dokumentieren, um einen korrekten Impfschutz gemäß Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) belegen zu können. Das braucht man, um an einem Turnier an jeglichen Turnierveranstaltungen teilzunehmen. Wenn man dann noch an internationalen Turnieren Teilnehmen möchte braucht man noch einen internationalen Pferdepass der FEI.

Mein Pferd hat keinen Pass – was nun?

Ein Pferdebesitzer muss für jedes Pferd was er hat einen Pferdepass vorlegen können. Wenn man jetzt keinen hat, verstößt man gegen das geltendes Recht und kann, wenn man Kontrolliert wird auch ein Bußgeld bekommen. Also wenn es keinen Pass gibt, muss man den sofort beantragen. Also nicht in ein paar Wochen, sondern sofort.

Turnierpferde und Ponys, die es werden sollen, kann man die erforderlichen Unterlagen für die Pferdepassausstellung bei der FN beantragen und sich schicken lassen.

Die FN ausstellende Stellen für alle sogenannten Zucht- und Nutz Equiden in Nordrein-Westfalen, für Pferde die nicht in einem Zuchtbuch eines Verbandes eingetragen wurden. Diese Pferde verfügen über keinen Abstammungsnachweis und auch nicht als Registrierung als Turnierpferd eingetragen werden.

Für einen Pferdepass muss das Pferd eine aktive Kennzeichnung haben, also einem Transponder- Mikrochip. Seit dem 1. Juli 2009 brauchen Pferde, Ponys und Esel nicht nur den Equiden Pass, sondern müssen auch eine aktive Kennzeichnung in form des Microchips haben. Pferde, die diesen Chip noch nicht haben, müssen nachträglich gechippt werden und dieser muss in den Pferdepass eingetragen sein. Der Tierarzt sollte mit einem Lesegerät den Chip auch ab und zu auslesen ob dieser noch lesbar ist.

Denn Transponder bekommt man bei der FN, wenn man alle Unterlagen zurückgeschickt hat. Dieser muss dann vom Tierarzt eingesetzt werden. Das passiert mit einer Spitze und dauert nur ein paar Sekunden. Fohlen bekommen diesen bei Beantragung vom Pass, meistens mit 6 Monaten. Ein Transponder kostet aktuell 10 Euro und dazu kommen dann die Kosten vom Tierarzt, wenn er diesen Setzt.

Nach der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 vom 6. Juli 2008 müssen alle Pferde, Ponys, Zebras und Esel, die ab dem 1. Juli 2009 in der Europäischen Union (EU) geboren wurden, mit einem elektronischen Transponder gekennzeichnet werden. Damit möchte man die tiergesundheitlichen Kontrollen Verbessern.

Aber Quiden die bis zum 30.Juni 2009 in der EU geboren wurden und diese schon einen Pass in der Vergangenheit ausgestellt bekommen haben, sind korrekt identifiziert im Sinne der Verordnung und müssen keinen Transponder nachträglich erhalten. Außer diese Tiere nehmen an einem Turnier teil. Aber Tiere, die vor dem 01. Juli 2009 geboren sind und keinen Pass haben, müssen gemäß der EG Verordnung einen Transponder bekommen zur Identifizierung.

Was steht alles in einem Pferdepass

In einen Pferdepass stehen vor allem alles rund um das Pferd drinnen. Damit man das anhand dessen schon Zuordnen kann.

Also Name, Rasse, Geschlecht, Lebensmittelstatur ob es ein Schlacht- oder Nichtschlachttier ist, Abstammungsnachweiß, Alter bzw. Geburtsdatum. Farbe und dazu ein Diagramm mit Äußerlichen Merkmalen wie Wirbel, weiße Abzeichen oder andere Merkmale. Diese werden dann aufgezeichnet. Lebensnummer und die Transpondernummer. Vollständiger Name und Anschrift vom Pferdebesitzer und alle Impfungen mit Datum, kleinen Aufkleber und Tierarzt Stempel und dann auch Medikamente, die das Pferd bekommen hat, gerade wenn es zur Schlachtung freigegeben wurde.

Die Pässe haben auch unterschiedliche Farben, also rosa für Warmblut, Blau – Noriker, Grün für Haflinger, Weiß für Pinto und Isländer. In Deutschland stellt der Zuchtverband rote Pässe aus und die FN vergibt grüne Pässe.

Der Pferdepass muss außerdem immer mitgeführt werden (Fahrt auf das Turnier, Tierarzt Termin, Klinik, Fahrten zum Strand, Trainer usw.) Das ist ein Gesetz der EU seit Juli 2000.

EU Richtlinie Entscheidung 2000/68/EG vom 22.12.1999 zur Änderung der Entscheidung 93/623/EWG.

Jedes Pferd das seinen Stallbereich, Anlage, Bauernhof, Offenstall verlässt und an einen anderen Ort gebracht wird, egal ob geritten, geführt oder gefahren oder transportiert wird muss ab dem 01.07.2000 mit einem Pferdepass – Equidenpass ausgestattet sein. Pferdepass darf nur von befugten Personen vorgenommen werden, alles andere ist Missbrauch und Fälschung.

Arzneimittelanhang für den Pferdepass

Pferde in der EU sind immer noch Lebensmittelliefernde Tiere, wie auch Schweine und Kühe. Und in der EU wird auch der Verbraucherschutz gewährleistet und es gelten sehr strenge Bestimmungen. Als Besitzer hat man nun die Möglichkeit zu entscheiden ob das Pferd zur Schlachtung bestimmt wird oder als nicht zur Schlachtung bestimmt wird. Wenn nichts im Pferdepass eingetragen wird, ist es automatisch ein Schlachtpferd. Ein Schlachtpferd kann aber jederzeit umgeändert werden in ein Nichtschlachtpferd. Aber die Entscheidung zur nicht zur Schlachtung kann nicht mehr geändert werden. Also wenn ein Pferd als Schlachtpferd eingetragen ist, kann der Tierarzt nur Medikamente geben, die für Lebensmittelliefernde Tiere zugelassen sind. Und jedes Medikament muss dann in den Arzneimittelanhang eingetragen werden. Dazu dann der Name und die Wartezeit die dafür bestimmt ist.

Wenn ein Pferd als Nichtschlachtpferd eingetragen ist, hat es den Vorteil das der Tierarzt die komplette Palette der veterinärmedizinischen Medikamente und sogar im Therapienotstand auf humanmedizinische Medikamente zurückgreifen kann, um dem Pferd zu helfen.

Vor- und Nachteile im Blick

Nichtschlachtpferd

  • Therapie mit allen Medikamenten ist möglich
  • Tierarzt muss keine Medikamentösen Anwendungen Dokumentieren
  • Man muss kein Bestandbuch führen

Nachteile

  • Entscheidung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden
  • Als Eigentümer kann man nicht selbst entscheiden ob und wann das Pferd getötet wird. Nottötung geht nur mit dem Tierarzt der einen Grund haben muss und das Einverständnis geben muss
  • Das tote Tier ist damit Sondermüll und die Entsorgung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden

Schlachtpferd

Vorteile

  • Der Besitzer entscheidet allein wann sein Pferd getötet wird, Schlachten ist keine Pflicht, das Einschläfern ist möglich
  • Das Umändern in „nicht zur Schlachtung bestimmt“ ist jederzeit möglich

Nachteile

  • Nur zugelassene Arzneimittel sind zugelassen
  • Jede Arzneimittelanwendung muss dokumentiert werden
  • Als Tierhalter muss man ein Bestandsbuch führen und ist dazu verpflichtend

Bestandsbuch muss von jedem Besitzer geführt werden. Pensionspferdehalter muss dem Stallbetreiber entsprechende Arzneimittelabgabe-Belege aushändigen. Belegen erhalten einmal die Besitzer und der Durchschlag bleibt beim Tierarzt. Ein Amtstierarzt kann stichprobenartig das Bestandsbuch überprüfen.

Der Pferdepass ist KEIN Eigentumsnachweiß. Er ist nur für die Identifikation des Tieres gedacht. Eigentumsnachweise sind nur die Eigentumsurkunde, die man an einen sicheren Oft aufbewahren sollte und daher auch niemand ausgehändigt werden sollte, wenn man das Pferd in Pflege gibt.

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