Rechtliches zum Thema Fundtiere

Tiere finden, ob Verletzte, ausgesetzte oder gesunde. Wie verhält sich das vom Rechtlichen her und was muss ich beachten und machen? Tiere darf man nicht einfach aufnehmen oder behalten. Aber warum darf man das nicht und was erwartet einen, wenn man das macht und jemand sein Tier vermisst? Ich möchte drauf eingehen und euch erklären was man tun sollte.

Vor allem stellt euch einmal vor ihr wartet Zuhause auf die Katze und die kommt nicht nach Hause? Was wenn jemand die Katze einfach ins Haus nimmt und behalten tut? Wie würdest du dich fühlen? Man hat dann Angst, geht das Tier suchen und startet Suchanzeigen usw. Das ist Horror, wenn ich mir das nur ausmahle und ich kann aus Erfahrung sagen, niemand wünsche ich dieses Gefühl. Als meine Nicky, eine Dackelhündin vor 20 Jahren weggelaufen ist, war es die Hölle und wir haben Sie nie wiedergefunden. Jemand wird sie mitgenommen haben und bis heute Trauere ich um meine Hündin. Darum bitte, nicht die Tiere einfach mitnehmen und behalten.

Was ist der Begriff Fundtier?

Entlaufende Haustiere, die entweder Freigänger sind wie Katzen oder aus dem Hausentwischt sind, sind Fundtiere, wenn man den Halter nicht kennt. Für diese Versorgung, eine Unterbringung und evtl. Tierärztliche Versorgung ist die Stadt und das Fundbüro bzw. das Tierheim für verantwortlich und nachts, Wochenende und wenn man nicht hinfahren kann die Polizei und Feuerwehr. Diese haben für das Tierheim Schlüssel, damit die Tiere untergebracht werden können.

Vom Gesetz her ist jeder sofort als Finder verpflichtet, unverzüglich beim Besitzer oder, wenn dieser nicht Bekannt ist, bei den Behörden eine Fundanzeige zu erstatten. ($965 BGB). Also Polizei, Tierheim, Fundbüro und Tierärzte müssen benachrichtigt werden. Dort meldet man dann das Fundtier, den Ort wo das Tier gefunden wurde und die Uhrzeit, Aussehen und evtl. Bild oder man bringt das Tier in das Tierheim und lässt dort seine Adresse. Das Tierheim übernimmt dann die Fundanzeige für einen.

Es reicht nicht aus, wenn man nur anfragt ob eine Vermisstenmeldung für das Tier vorhanden ist. Man verstößt damit gegen die Fundregel des BGB und riskiert, dass eine strafbare Fundunterschlagung im Raum steht.

Fundtiere – grundsätzlich zu unterscheiden

Nicht falsch verstehen aber das Fundtier ist jedes Tier was draußen umherläuft und man nicht zuordnen kann. Aber man sollte schon unterscheiden. Ist das nur eine Katze die vielleicht Freigänger ist und damit nur etwas Ausgang hat und damit ein Zuhause hat. Ist das Tier bekannt und der Halter kann man diesen Fragen und bescheid sagen, dass man sein Tier gefunden hat. Nachbarstiere kennt man ja eigentlich und kann diese dann zuordnen.

  • Halsband mit Anhänger oder einer Nummer dran, evtl. Tasso Marke
  • Das Tier trägt einen Chip (Pflicht für Hunde)
  • Es kann auch eine Tätowierung tragen
  • Sieht gut gepflegt aus wobei auch Katzen Struppig sein können, wenn sie Freigänger sind
  • Vertrauliches Verhalten

Tiere also Hund, Katze, Kaninchen, Vögel, aber auch Nutztiere aus der Landschaft werden von Menschen gehalten und können auch mal entlaufen. Wird nun ein Fundtier aufgegriffen, ist der Finder verpflichtet das der Behörde und Tierheim und Polizei zu melden oder auch dieses nach Aufforderung der Behörde an ein Tierheim oder Tierschutzverein zu übergeben. Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, da es sich um eine „Fundsache“ nach $965 BGB handelt zu Versorgen. Die Fundbehörde und das Tierheim können eine Erstattung der Kosten vom ermittelten Eigentümer verlangen, je nach Unterbringung im Tierheim.

Findet sich nun kein Eigentümer des Fundtieres, erlöscht nach einer Frist die Versorgungspflicht der Behörde und das Fundtier wird dann ein herrenloses Tier. Also nach 6 Monaten erlischt dann auch der Rechtsanspruch vom Halter an seinem Tier. Nach Ablauf dieser Frist kann das Tier dann vermittelt werden, wobei das schon früher passiert aber mit Aufklärung, wenn der Halter sich innerhalb von 6 Monaten meldet, dass es dann zurückgeführt werden kann. So hat nun auch der Finger nach der 6 Monate Ablauf Frist die Möglichkeit das Tier bei sich aufzunehmen.

Jedoch gibt es auch für den Besitzer Möglichkeiten das Tier auch nach der Frist zurück zu fordern, auch nach 3 Jahren noch nach dem Eigentumsübergang eine Rückgängigmachung des erlittenen Rechtsverlust geltend zu machen ($977 BGB) Hier sollte man sich dann aber genau von einem Anwalt beraten lassen.

Herrenlose Tiere

Herrenlose Tiere sind Tiere ohne Besitzer, wo niemand der Eigentümer ist. Also Tiere die freilebend sind. Wenn niemand sich um sie kümmert, bleiben sie sich selbst überlassen und dazu gehören auch ausgesetzte und zurückgelassene Tiere. Herrenlose Tiere sind keine Fundtiere, so besteht seitens der Behörde keine gesetzliche Verpflichtung der Unterbringung und Kostenübernahme. Dieses aber wiederspricht dem im Artikel 20a des Grundgesetzes geregelten Staatsziel zum Schutz der Tiere! Vor allem bei aussetzen oder zurückgelassenen Tieren ist aber die Definition sehr schwierig, denn laut $3 des Tierschutzgesetzes ist es verboten ein in der Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich dem Tier zu entledigen oder sich den Halterpflichten zu entziehen.

Die Behörde und der Tierschutz ist für die Fürsorge aber zuständig den in diesen Fällen, dass es NICHT um herrenlose Tiere handelt, sondern dann sich um Fundtiere handelt. Damit sind wir wieder bei Fundtieren.

Ich übernehme keine Haftung auf Richtigkeit und kann nur jedem Raten sich zu Informieren und jedes Tier was man findet zu Melden.

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