Was bedeutet artgerechte Hundehaltung?

Hundehaltung, schon über 30 Jahre kann ich von der Hundehaltung sprechen. Schon immer fand ich Hunde toll und habe mich glücklich geschätzt, als ich meine erste Hündin bekommen habe. Eine so süße Langhaardackel-Cocker Mischlingsdame, die ich im Tierheim wo ich gearbeitet habe kennen und lieben gelernt habe. Sie durfte dann bei mir einziehen und lebte bei meinen Großeltern und mir, bis sie dann mit fast 19 Jahren verstarb. Danach war kein anderer Hund für mich infrage gekommen, bis ich in meine erste Wohnung gezogen bin und meinen Dacky kennenlernen durfte. Er zog bei mir ein und lebte fast 18 Jahre bei mir, bis leider der Weg zu Ende war und er verstarb. Keine schöne Zeiten und es tut mir auch nach 1. Jahr fast immer noch sehr weh.

Doch es wird kein Hund mehr einziehen, nicht weil ich Hunde nicht mehr liebe, sondern weil ich gesundheitlich dem Hund kein artgerechtes Leben mehr bieten kann. Artgerechtes Leben? Was bedeutet das eigentlich und was muss man für den Hund haben und bieten, damit es ihnen gut geht? Es reicht nicht, aus das man den Hund nur liebt. Er braucht eine gute Ernährung, Beschäftigung in Form von Spazieren gehen und Spielen, je nach Rasse aber auch noch weitere Beschäftigung vom Kopf oder dem Hundesport. Tierarzt für das impfen und entwurmen und wenn das Tier krank ist natürlich auch. Man braucht jemand, der auf das Tier aufpasst, wenn man evtl. länger arbeiten muss oder wenn man ins Krankenhaus kommt. Und man muss natürlich für die artgerechte Haltung auch einen Hund haben, dem man gerecht werden kann.

Also man kann sich keinen Border Collie holen, wenn man nicht Hundesport macht oder den Hund anders auslasten kann. Genauso kann ich keinen großen Hund halten, wenn ich im 4. Stock wohne ohne Aufzug. Das finde ich nicht artgerecht. Das ist aber auch nur meine Meinung dazu. Was denkt ihr dazu?

Welcher Hund passt eigentlich zu mir?

Diese Frage stellt man sich natürlich immer. Und ja, jeder hat bestimmte Rassen, die man über alles liebt und die man auch haben möchte. Bei mir ist das der Langhaardackel, ich liebe diese Rasse (andere Hunde aber auch) und konnte dieser Rasse immer gerecht werden. Dazu gehört natürlich das man selber überlegen muss, wie kann ich das mit dem Spazieren gehen machen. Kann ich dem Hund auch stundenlangen Auslauf bieten? Also am Morgen und am Tag über muss jeder Hund einmal ordentlich raus kommen und laufen. Da zählt nicht der Gang um den Blog, sondern wirklich 2 Stunden oder mehr raus gehen. Ob jetzt am Strand, auf dem Land oder im Wald. Jeder Hund braucht unterschiedlich Auslauf, damit es ihn gut geht. Mindestens aber 3. Mal am Tag sollte man raus gehen.

Also genau überlegen, ob die Rasse passt. Es gibt aber auch Hunde, mit den man einfach nur spazieren geht, die keinen Hundesport brauchen. Möchte man jedoch viel Sport machen, oder den Hund am Pferd oder Fahrrad mitnehmen, muss man sich hier Gedanken machen. Es gibt einige Rassen, die genau passen. Aber bitte keinen Hütte Hund sich holen, wenn man nur normal damit spazieren geht. Das geht dann in die Hose auf langer Sicht und am Ende muss der Hund das ausbaden und fast immer ausziehen. Daher mit Bedacht entscheiden und am besten im Tierheim schauen und sich dort auch beraten lassen. Und warum nicht mal einen älteren Hund ein Zuhause geben? Im Tierheim sind aber auch öfters Welpen und junge Hunde, die jemand suchen.

Hund aus dem Tierheim!

Einen Hund aus dem Tierheim/Tierschutz ist immer eine tolle Sache. Vor allem ist man dort in guten Händen. Man wird gefragt, wie die Lebensumstände sind, was man machen möchte und dann bekommt man die Hunde vorgestellt. Die Mitarbeiter im Tierheim kennen die Hunde und können hier viel sage zum Charakter und was der Hund braucht. Gerade wenn man noch nie einen Hund hat, wäre das die ideale Lösung. Ist nur so mein Einwand, vor allem ist das eine große Hilfe, damit der Hund später auch artgerecht gehalten wird. Aber zur artgerechten Haltung gehört natürlich noch vieles mehr als nur die Rasse, der man gerecht werden muss.

Mindestanforderung für die artgerechte Hundehaltung

Artgerechte Haltung bedeutet, dass der Hund mit der Familie zusammenlebt in der Wohnung oder dem Haus. Der Hund sollte im Haus/Wohnung einen Bereich haben, in den er sich zurückziehen kann, um dort zu schlafen oder einfach so wenn er ruhe haben möchte. Den Bereich sollte man dann auch Respektieren und ihn dort nicht stören. Wichtig aber auch das der Hund immer am Leben mit teilnehmen kann, wenn er möchte. Das ist für den Hund sehr wichtig, dass er seine Familie sieht und einfach dazugehört.

Der Kontakt zum wichtigsten Menschen sollte immer gegeben sein. Natürlich, wenn man mal Einkaufen ist oder arbeitet, geht das nicht. Aber gemeint ist damit, dass der Hund immer mit seinem Rudelführer Kontakt hat. Kontakt zu anderen Hunden ist auch wichtig, man sollte schauen, dass man für den Hund Freunde findet, die sich verstehen. Und zusammen Spazieren gehen bringt immer noch mehr Spaß, als wenn man alleine unterwegs ist.  Ziel ist es nicht nur dass der Hund seine Geschäfte machen kann, sondern das er auch in der Zeit spielen kann, man kann die Zeit auch für das Trainieren nutzen. Sollte man mehr als 6 Stunden außer Haus sein, sollte man schauen, dass man jemand hat, der mit dem Hund mindestens einmal raus gehen kann.

Artgerechte Pflege und Ernährung vom Hund

Pflege, Unterbringung, Auslauf und Ernährung sind wichtig für eine artgerechte Haltung.  Dieses ist auch gesetzlich geregelt in Deutschland. Es muss also ständig frisches Wasser zur Verfügung stehen. Mindestens einmal am Tag muss gefüttert werden. Hier sollte man eine ausgewogene und gesunde Ernährung wählen, dazu findet ihr auf meinen Blog auch ein paar Anregungen. Man sollte den Hund regelmäßig abtasten und beobachten, so erkennt man schnell, ob es Veränderungen gibt, mit den man zum Tierarzt muss. Beim Tierarzt sollte man auch den Hund wiegen lassen, damit man das Gewicht unter Kontrolle hat.

Fellpflege ist natürlich auch wichtig, je nach Rasse und dem Haarkleid muss man auch zum Tierfriseur, der das Fell dann pflegt. Bürsten und Kämmen sollte man jeden Tag machen, das genießen fast alle Hunde auch gerne. Und einmal die Woche sollte man eine große Kontrolle machen, Augen, Ohren und Zähne anschauen, hier auch schauen, ob vielleicht eine Entzündung ist oder kommt. Die Krallen sollte man auch immer Beobachten und notfalls kürzen, wenn die sich nicht alleine abnutzen. Das kann man beim Tierarzt machen lassen und wenn man sich das traut dort auch gezeigt bekommen, dass man das alleine machen kann. Ansonsten immer wichtige Impfungen und Entwurmungen im Auge behalten, damit dass rechtzeitig gemacht wird.

Kommentare 7

  • Ein sehr schöner und ausführlicher Beitrag. Wir sind vor zwei Jahren auf den Hund gekommen. Vorher hätten wir nicht genug Zeit gehabt. Aber vor 2 Jahren war der richtige Zeitpunkt und nun wollen wir keinen Tag mehr ohne ihn sein.

    Freya

  • Das sind wirklich tolle und nützliche Tipps die du in deinem Post gibst. Leider habe ich es bei einer Familie in unserer Strasse miterlebt, wie gut man es sich überlegen sollte, welche Rasse man sich halten will. Leider haben die sich für einen Hund entschieden der viel Bewegung braucht, sie ihm diese aus Faulheit aber nicht gegeben haben. Gott sei Dank ist dieser jetzt bei einer neuen Familie, die ihm genau das bieten kann was er braucht.

  • Hallo,

    ein schöner und ausführlicher Artikel, der alle wichtigen Aspekte abdeckt. Einen Hund artgerecht zu halten ist eben so viel mehr als „3x Gassigehen am Tag“.
    Wir haben eine Labrador-Hündin aus der Arbeitslinie. Sie ist jetzt 9 Jahre alt – aber von Ruhe und Gemütlichkeit keine Spur …
    Ich sage immer scherzhaft, dass sie -neben Tochter & Sohn- irgendwie wie mein drittes Kind ist, um das ich mich kümmern muss. Oder kümmern darf 😉

    Liebe Grüße, Lisa

  • Also meinen Hund hatte ich damals auch vom Tierheim und mir wäre auch kein anderer ins Haus gekommen. Den nur da bin ich sicher, dass es dem Tier gut geht, er geimpft ist und ich zu not auch wieder kommen kann, wenn es fragen gibt. Hab bei Privat schon einige Dinge gehört, die mich davor abschrecken würden.
    Schöne Beschreibung/ Erklärung von dir.

    Alles liebe

  • Danke für die tollen Tipps! Bei dir ist ein Hund wirklich an der richtigen Stelle, man merkt wie sehr du Hunde liebst. Ich habe leider keinen, da ich zu wenig Zeit habe. Aber, was noch nicht ist, das kann ja noch werden.

    Liebe Grüße

    Christine

  • Der Bericht ist wirklich toll, ich mag Hunde wirklich sehr aber für mich wäre ein Hund nichts, da ich nicht soviel Zeit habe.
    Dafür möchte ich meine Katzen nicht mehr missen.

    Lg Jasmin

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